Pressemitteilung der BVF zum Internationalen Tag gegen Lärm

Schnelle Erfolge beim Kampf gegen Fluglärm gefordert

Düsseldorf, 28.04.2015

BVF - Jeder dritte Bürger fühlt sich in Deutschland von Fluglärm belästigt. Der Grund liegt im zuneh­menden Luftverkehr und den ungezügelten Ausbauten der großen Flughäfen wie Frankfurt oder Berlin, aber auch in einer Unzahl regionaler Flughäfen, deren Betrieb nur mit massiver Subven­tionierung möglich ist, so der Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), Helmut Breidenbach.

Bereits am Tage ist die Umweltkapazität in einigen Regionen überschritten, auch deswegen muss vor allem der Schutz der Nachtruhe durch weitergehende Betriebsbeschränkungen gesichert werden. Durch Unvermögen und Planungspannen sind am neuen Flughafen BER vor Inbetriebnahme der neuen Südbahn bis heute nur wenige Menschen vor Fluglärm geschützt. Beim beabsichtigten Bau der dritten Start- und Landebahn in München würden Gemeinden durch Flugschneisen völlig zerrissen oder nahezu unbewohnbar. Am Flughafen Düsseldorf unternimmt die NRW-Landesregierung einen erneuten Versuch, den Angerlandvergleich auszu­hebeln und auf kaltem Weg die Stundeneckwerte für die Flugbewegungen auf ein unerträg­liches Maß zu erhöhen. Bereits heute werden dort an der lautesten Messstelle um 70 dB(A) beim Dauerschallpegel erreicht. Das bedeutet Gesundheitsgefährdung pur, so Breidenbach.

Fluglärm und die Unfähigkeit der Politik

Pressemitteilung der Bundesvereinigung gegen Fluglärm zum Internationalen Tag gegen Lärm am 30.04.2014

Jeder dritte Bürger in Deutschland fühlt sich von Fluglärm belästigt. Der Grund liegt im zunehmenden Luftverkehr und dem ungezügelten Ausbauten der großen Flughäfen wie Frankfurt und Berlin, aber auch in einer Unzahl regionaler Flughäfen, deren Betrieb nur mit massiver Subventionierung möglich ist, so der Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), Helmut Breidenbach (Köln).

So bewirkt die vierte Landebahn in Frankfurt mit den neuen Flugverfahren massive Beeinträchtigungen bis in 60 km Entfernung vom Flughafen. Bereits am Tage ist die Umweltkapazität der Region überschritten, eine nur sechsstündige Nachtruhe kann dies nicht ausgleichen. In Berlin am Flughafen BER fühlen sich die Anwohner gleich doppelt betrogen: durch eine falsche Standortwahl aber auch durch zunächst verschwiegenes Abweichen von angekündigten Flugver­fahren, die völlig neue Betroffenheiten schaffen. Durch Unvermögen und Planungspannen sind bis heute nur wenige Menschen vor Fluglärm geschützt.

Sachverständigenrat veröffentlicht Sondergutachten zum Reformbedarf bei der Planung von Flughäfen und Flugrouten

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat im März 2014 ein umfassendes Sondergutachten vorgelegt, in dem dringender Handlungsbedarf bei der Planung von Flughäfen und Flugrouten aufgezeigt wird.

Der SRU ist eine Beratergremium der Bundesregierung. In dem Gutachten werden 14 Kernpunkte als die zentralen Handlungsfelder identifiziert. Die Analyse des SRU macht deutlich, dass es grundlegende Probleme bei der Flughafenplanung und insbesondere bei der Festlegung und Anwendung der Flugrouten gibt, die dringend behoben werden müssen.

Die Kernpunkte sind:

  1. "Wildwuchs" beim Flughafenausbau beenden: Bedarfsplanung durch den Bund
  2. Planfeststellungsverfahren und Flugroutenfestsetzung besser verzahnen
  3. Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Festlegung der Flugrouten einführen
  4. Die Öffentlichkeit bei der Festlegung der Flugrouten beteiligen
  5. Rolle des Umweltbundesamtes stärken
  6. Bestehende Flughäfen: Kriterien für die „Wesentlichkeit“ einer Änderung oder Erweiterung eines Flughafens festlegen
  7. Kapazität von Flughäfen bestimmen
  8. Lärmgrenzwerte für Flughäfen schaffen
  9. Aktiven Lärmschutz stärken
  10. Passiven Lärmschutz verbessern
  11. Kriterien für Bündelung oder Streuung des Fluglärms entwickeln
  12. Abwägungskriterien bei der Festlegung der Flugrouten benennen
  13. Einzelfreigaben begrenzen
  14. Altfälle berücksichtigen

weiterführende Dokumente

Kurzfassung des SRU-Gutachtens

Langfassung des SRU-Gutachtens

Im Bundestag, dem Bundesrat und in den Landesparlamenten wird über das Thema Fluglärm diskutiert und werden Beschlüsse gefasst. Der Großteil der Diskussion findet dabei in den Landesparlamenten u.a. in Form von Plenardiskussionen, Anträgen und sogenannten kleinen oder großen Anfragen statt. Ein großer Teil der Dokumente der Landesparlamente und des Bundesparlaments sowie des Bundesrates sind auf den Homepages der jeweiligen Parlamente frei zugänglich.

Wo und wie findet man also die Parlamentsdokumente?

Grundlage nicht nur der (Flug-) Lärmwirkungsforschung sind Studien aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Studien werden zum einen mit fachlichen Fragen des jeweiligen Fachgebietes (Medizin, Physik, Psychologie u.a.), zum anderen mit (bio-) statistischen Methoden und Regeln geplant.

Wenn Sie Studien lesen, wie zum Beispiel die auf fluglaerm-fakten.de dargestellten, tauchen eine Menge statistische und methodische Begriffe auf, alles, was in den Studien passiert, basiert auf diesen Grundlagen der Methodik und Statistik.

Nutzung der auf fluglaerm-fakten.de angebotenen Recherchen

Verschiedene Bürgerinitiativen und andere Aktive berichten häufig, dass in Diskussionen von Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft immer wieder behauptet wird "es gebe keine Studien" zum Thema Fluglärm und Gesundheit. Das ist so lächerlich, wie es falsch ist, sehr falsch sogar.

Auf fluglaerm-fakten.de findet sich daher ein eigener Punkt im Hauptmenü, der ausschliesslich dazu da ist, einen schnellen und einfachen Eindruck zu den vorhandenen Studien zu bekommen. Der Inhalt der Rubrik Recherchen wurde aktuell ausgedehnt bis zurück zum Jahr 2000. Sie finden hier dutzende (in der Summe hunderte!) von Artikeln und Studien zum Thema Fluglärm mit Bezug zu gesundheitlichen und Umweltaspekten.

Auf fluglaerm-fakten.de werden neben Informationen rund um das Thema (Flug-) Lärm auch Informationen des bundesweiten Arbeitskreises "Ärzte gegen Fluglärm" veröffentlicht.

Im Arbeitskreis "Ärzte gegen Fluglärm" haben sich Ärztinnen und Ärzte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern, Berlin, Hessen und Rheinland-Pfalz in einem gemeinsamen Arbeitskreis zusammengeschlossen, um ihr Engagement gegen die Gesundheitsrisiken durch Fluglärm zu bündeln und zu koordinieren. Eine vom Arbeitskreis im August 2011 herausgegebene Presseerklärung wurde u.a. vom Deutschen Ärzteblatt aufgegriffen. Im Oktober 2011 erschien ein weiterer Artikel, der die mit dem Fluglärm verbundenen Probleme darstellt, ebenfalls im Deutschen Ärzteblatt.

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