Grundlage nicht nur der (Flug-) Lärmwirkungsforschung sind Studien aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen. Studien werden zum einen mit fachlichen Fragen des jeweiligen Fachgebietes (Medizin, Physik, Psychologie u.a.), zum anderen mit (bio-) statistischen Methoden und Regeln geplant.

Wenn Sie Studien lesen, wie zum Beispiel die auf fluglaerm-fakten.de dargestellten, tauchen eine Menge statistische und methodische Begriffe auf, alles, was in den Studien passiert, basiert auf diesen Grundlagen der Methodik und Statistik.

 Grundlagen wissenschaftlicher Publikationen

Wie kann man sich in dieses Themenfeld einlesen?

Zum einen bietet fluglaerm-fakten.de ein Glossar an, in dem Begriffe direkt in den Artikeln erläutert werden. Damit kann man vor allem die Abkürzungen und die Einheiten einfach nachlesen. Ich habe aber noch nach etwas gesucht, um die statistischen Grundlagen hier auch weitergehend darstellen zu können.

Dazu möchte ich Ihnen eine Artikelserie des Deutschen Ärzteblattes vorstellen, die seit mehreren Jahren in einer im Herbst 2012 immerhin schon 20-teiligen Sammlung (nicht nur) Grundlagen der Statistik vermittelt.

Dass eine fachlich und methodisch richtige Planung von Studien sehr wichtig ist, macht das Editorial deutlich, das zum Start der Artikelserie 2009 im Deutschen Ärzteblatt erschien. Dort heißt es:

Medizinische Forschung – insbesondere die patientenbezogene – unterliegt hohen ethischen, gesetzlichen, methodischen und wissenschaftlichen Anforderungen. Das Ziel patientenorientierter Forschung ist, die Patientenversorgung zu verbessern.

Zunehmend wird für Therapie und Diagnostik ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis gefordert. Eine evidenzbasierte Medizin bedeutet: Behandlungsentscheidungen sollen auf überzeugenden, in qualitätsgesicherten Studien erhobenen Daten fußen und nicht mehr (nur) auf individuell gewonnenen Erfahrungen und Einstellungen. Ärztliche Leitlinien basieren auf dem Evidenzprinzip und beinhalten die Angabe von Evidenzgraden. Die beiden höchsten Evidenzgrade erreichen die Metaanalysen publizierter Daten aus kontrollierten klinischen Studien, gefolgt von veröffentlichten Ergebnissen einzelner randomisierter, kontrollierter, multizentrischer Untersuchungen.

Um die Relevanz der Resultate aus der Forschung für den Patienten beurteilen zu können, ist es deshalb für jeden Arzt wichtig, die Prinzipien der Planung und Auswertung wissenschaftlicher Untersuchungen sowie deren Aussagefähigkeit und Begrenzungen zu kennen.

Quelle: du Prel JB, Rohrig B, Blettner M.
Biometrische Methoden in der medizinischen Forschung (Editorial).
Dtsch Arztebl Int 2009;106(7):99

Aus meiner Sicht sind die Artikel aus dem Ärzteblatt so gut, dass sie nicht nur für Ärzte und andere Fachspezialisten, sondern gerade auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger relevant sind.

Die Artikel online

Hier werden bewusst nicht die beim Ärzteblatt frei verfügbaren PDF-Dateien verlinkt, sondern es wird bei jedem Artikel "nur" der Link angegeben. Warum?

Jedem Artikel ist online weiteres Material beigefügt, das sich anzusehen lohnt, also klicken Sie bitte auf weiterlesen...

(1) du Prel JB, Rohrig B, Blettner M.
Kritisches Lesen wissenschaftlicher Artikel: Teil 1 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(7):100-5

(2) Rohrig B, du Prel JB, Blettner M.
Studiendesign in der medizinischen Forschung: Teil 2 der Serie zur Bewertung wisserschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(11):184-9

(2a) Rohrig B, du Prel JB, Blettner M.
Studiendesign in der medizinischen Forschung (Berichtigung): Teil 2 der Serie zur Bewertung wisserschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(17):292

(3) Rohrig B, du Prel JB, Wachtlin D, Blettner M.
Studientypen in der medizinischen Forschung: Teil 3 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(15):262-8

(4) du Prel JB, Hommel G, Rohrig B, Blettner M.
Konfidenzintervall oder p-Wert? Teil 4 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(19):335-9

(5) Bautsch W.
Anforderungen und Bewertung der Ergebnisse von Laboruntersuchungen: Teil 5 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(24):403-6

(6) Ressing M, Blettner M, Klug SJ.
Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen: Teil 6 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(27):456-63

(7) Spriestersbach A, Rohrig B, du Prel JB, Gerhold-Ay A, Blettner M.
Deskriptive Statistik: Angabe statistischer Maßzahlen und ihre Darstellung in Tabellen und Grafiken: Teil 7 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(36):578-83

(8) Hammer GP, du Prel JB, Blettner M.
Vermeidung verzerrter Ergebnisse in Beobachtungsstudien: Teil 8 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(41):664-8

(9) Sauerbrei W, Blettner M.
Interpretation der Ergebnisse von 2×2-Tafeln: Teil 9 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2009;106(48):795-800

(10) Victor A, Elsaßer A, Hommel G, Blettner M.
Wie bewertet man die p-Wert-Flut? Hinweise zum Umgang mit dem multiplen Testen: Teil 10 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(4):50-6

(10a) Victor A, Elsaßer A, Hommel G, Blettner M.
Wie bewertet man die p-Wert-Flut? Hinweise zum Umgang mit dem multiplen Testen (Berichtigung): Teil 10 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(23):418

(11) Ressing M, Blettner M, Klug SJ.
Auswertung epidemiologischer Studien: Teil 11 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(11):187-92

(12) du Prel JB, Rohrig B, Hommel G, Blettner M.
Auswahl statistischer Testverfahren: Teil 12 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(19):343-8

(13) Rohrig B, du Prel JB, Wachtlin D, Kwiecien R, Blettner M.
Fallzahlplanung in klinischen Studien: Teil 13 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(31-32):552-6

(13a) Rohrig B, du Prel JB, Wachtlin D, Kwiecien R, Blettner M.
Fallzahlplanung in klinischen Studien (Berichtigung): Teil 13 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(36):646

(14) Schneider A, Hommel G, Blettner M.
Lineare Regressionsanalyse: Teil 14 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2010;107(44):776-82

(15) Zwiener I, Blettner M, Hommel G.
Überlebenszeitanalyse: Teil 15 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2011;108(10):136-9

(16) Kwiecien R, Kopp-Schneider A, Blettner M.
Konkordanzanalyse: Teil 16 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2011;108(30):515-21

(16a) Kwiecien R, Kopp-Schneider A, Blettner M.
Konkordanzanalyse (Berichtigung): Teil 16 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2011;108(37):622

(17) Kabisch M, Ruckes C, Seibert-Grafe M, Blettner M.
Randomisierte kontrollierte Studien: Teil 17 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2011;108(39):663-8

(18) Wellek S, Blettner M.
Vom richtigen Umgang mit dem Crossover-Design in klinischen Studien: Teil 18 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2012;109(15):276-81

(19) Spix C, Blettner M.
Screening: Teil 19 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2012;109(21):385-90

(20) Wellek S, Blettner M.
Klinische Studien zum Nachweis von Äquivalenz oder Nichtunterlegenheit: Teil 20 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen.
Dtsch Arztebl Int 2012;109(41):674-9

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