Die Studie von Correia et al. aus dem Jahr 2013, veröffentlicht im British Medical Journal, hat untersucht, ob Menschen >= 65 Jahre häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ins Krankenhaus aufgenommen werden, wenn sie in der Nähe von Flughäfen wohnen.

Die Forscher haben Daten von über 6 Millionen Amerikanern ausgewertet, die im Umfeld von insgesamt 89 Flughäfen in den USA leben. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2009. Sie fanden statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen der Lärmeinwirkung und der Hospitalisierungsrate wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das heißt es gibt häufiger die Notwendigkeit zur Krankenhausaufnahme in dieser Risikogruppe.

Die Studie von Hansell et al. aus dem Jahr 2013, veröffentlicht im British Medical Journal, hat den Zusammenhang zwischen Fluglärm und Kardiovaskulären Krankheiten (Schlaganfall, koronare Herzkrankheit, kardiovaskuläre Krankheiten) anhand von Krankenhauseinweisungen untersucht.

Die Forscher haben Daten von rund 3,6 Millionen Londonern ausgewertet, die im Bereich des Flughafens Heathrow leben. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2001. Die Forscher fanden statistisch signifikante, lineare Zusammenhänge zwischen der Lärmeinwirkung und der Krankenhauseinweisungsrate wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das heißt es gibt häufiger die Notwendigkeit zur Krankenhausaufnahme in dieser Risikogruppe.

Eine Forschergruppe der Universitätsklinik Mainz hat mit einer im Juni 2013 veröffentlichten Studie zum Thema Fluglärm erstmals einen pathologischen Mechanismus nachgewiesen, mit dem erklärt werden kann, wie Fluglärm Menschen krank macht. Die international besetzte Forschergruppe hat eine Gruppe von bislang gesunden Probanden untersucht und dabei gezielt definiertem Fluglärm ausgesetzt. Untersucht wurden Veränderungen der Blutgefäße nach der Lärmeinwirkung.

Das Review von Davies und van Kamp aus "Noise & Health" gibt einen aktuellen Überblick über die Studienlage zum Thema Lärm & kardiovaskuläre Krankheiten. Das Review basiert auf einer Suche nach Primärevidenz aus den Fledern Verkehrslärm, Fluglärm und Umgebungslärm, die beschrieben wird.

Die Autoren stellen fest, dass die in den letzten Jahrzehnten durchgeführten Studien eine kausale Beziehung zischen der Einwirkung von Lärm und der Entstehung von kardiovaskulären Krankheiten unterstützen. Die Studienqualität hat sich über die Jahre verbessert, relevante Strategien zur Identifizierung der Effekte durch Verkehrs-Co-Expositionen, Lärm und Luftverschmutzung konnten entwickelt werden.

Transportation noise and cardiovascular risk: updated review and synthesis of epidemiological studies indicate that the evidence has increased

Es handelt sich um eine Übersichtsarbeit, die verschiedene Studien zum Thema Lärm und Fluglärm untersucht hat. In der ausführlichen Arbeit werden viele Einzelfaktoren betrachtet, die ein differenziertes Bild der schädlichen Wirkungen von Lärm aufzeigen.

Betrachtet wurden die Auswirkungen auf Blutdruck, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und Herzinfarkte. Eingeschlossen in die Betrachtung wurden Studien zu Kindern und Erwachsenen. Das Ergebnis: Die Evidenz für die Assoziation zwischen Verkehrslärm und kardiovaskulären Risiken ist größer geworden.

Kernaussagen

  • Die Belege bzw. Beweise für Zusammenhänge zwischen Lärm und Fluglärm auf der einen Seite und kardiovaskulären Effekten auf der anderen Seite haben sich seit einer ersten Analyse aus dem Jahr 2000 verhärtet.
  • Diese Nachweise zeigen auch bei Berücksichtigung von Störgrößen (sog. Confounder) eine positiven Assoziation zwischen Lärm und kardiovaskulären Erkrankungen, d.h. schädliche Lärmwirkungen lassen sich auch durch andere Risiken hindurch klar erkennen.

Noise Health 2006;8:1-29

Von 2002 bis 2006 wurde mit Förderung der Europäischen Kommission ein europaweites Projekt durchgeführt, in dem die Auswirkungen von Fluglärm in der Nähe von Flughäfen untersucht wurden. Konkret ging es um das Vorhandensein bzw. die Entstehung von Bluthochdruck.

Die durchgeführten Untersuchungen bezogen sich nicht nur auf kardiovaskuläre Folgen, sondern auch auf die Luftverschmutzung in der Nähe von ausgewählten Flughäfen aus der Studie.

Die Studie von Huss, Spoerri, Egger und Röösli aus dem Jahr 2010, veröffentlicht in "Epidemiology", ist eine der aktuellsten und größten Studien zum Thema Fluglärm.

Die Forscher haben Gesundheitsdaten von rund 5 Millionen Schweizern aus Registern ausgewertert und berichten über einen Zusammenhang von Fluglärm und der Entstehung von Herzinfarkten.

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