Greiser & Greiser haben im Jahr 2010 im Auftrag des Umweltbundesamtes die bis dahin größte deutsche Fall-Kontroll-Studie über die Auswirkungen des Fluglärms am Flughafen Köln-Bonn veröffentlicht. Untersucht wurden basiert auf Krankenkassendaten kardiovaskuläre und psychische Krankheiten in einer Gruppe von 1 Million Menschen.

Die Studie fand eindeutige Zusammenhänge zwischen dem Fluglärm und verschiedenen dadurch ausgelösten Krankheiten, unter anderem Herz-Kreislauf-Krankheiten und psychischen Krankheiten.

Greiser & Greiser (2010): Risikofaktor nächtlicher Fluglärm

Kernaussagen

  • Die Ergebnisse zeigen für Herz- und Kreislauferkrankungen einen linearen Anstieg des Erkrankungsrisikos bei beiden Geschlechtern von niedrigen Dauerschallpegeln an, d.h. 40 dB(A) bei allen Zeitfenstern, von 35,25 dB(A) an für den 24-Stunden-Dauerschallpegel.
  • Auf dem Gebiet der psychischen Erkrankungen findet sich ein relevanter Befund: Bei Frauen sind die Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant erhöht, vor allem im Zeitfenster für nächtlichen Fluglärm.
  • Es zeigen sich bei nahezu allen Analysen stärker erhöhte Erkrankungsrisiken bei der Teilpopulation mit Fluglärmbelastung, die keinen Anspruch hat auf eine Finanzierung von Schallschutzmaßnahmen durch den Flughafen Köln-Bonn.
  • Eine Diskussion der vorhandenen wissenschaftlichen Evidenz zeigt, dass für Herz- und Kreislauferkrankungen die epidemiologischen Kriterien für die Feststellung eines ursächlichen Zusammenhangs zu Expositionen gegenüber Fluglärm erfüllt sind.

Eckpunkte der Studie

  • Studie mit über 1 Mio. beobachteten Teilnehmern
  • aktuelle Daten aus dem Raum Köln-Bonn
  • in der Studie gab es eine kontrollierte Lärmzuordnung und eine definierte Erfassung der verbauten Lärmschutzmaßnahmen
  • Komplexe Aufbereitung aller Daten, Korrelation mit Diagnosedaten bei ca. 55% der erfassten Personen möglich

Risikofaktor nächtlicher Fluglärm - Abschlussbericht

Risikofaktor nächtlicher Fluglärm - Anlagenband

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